Stone Age!

Schicke Schachtel, sinnloser Untertitel
Gespielt am: 28.06.2014
Mit: Anna, Sebastian, Sonja

Spieleabend bei Sonja und Sebastian, Teil 3: nach dem Desaster ist Fabrice gegangen (angeblich hatte es nichts damit zu tun...), und uns stand der Sinn nach etwas ordentlichem, was aber gleichzeitig nicht komplex ist. Da ist Stone Age die natürliche Wahl.

Stone Age ist ein Worker Placement (oder Neandertaler Placement, um genau zu sein) Spiel, in dem jeder Spieler seine Steinzeitmensch-Pöppel zum Rohstoffe sammeln und Siegpunkte jagen schickt. Reihum schickt jeder Spieler einen oder mehrere Pöppels zu einem Feld, bis alle Pöppels platziert sind:

  • Sie können die klassischen Rohstoffe Holz, Lehm, Stein und Gold sammeln. Bis zu 7 Männchen finden dort Platz, aber man kann nur einmal in jeder Runde dort Leute hinschicken und muss sich also überlegen, wie viele man losschickt.
  •  Außerdem muss man Nahrung jagen, denn ein hungriger Pöppel jagt und sammelt nicht gerne
  • Mit den gesammelten Rohstoffen können die Poppel Hütten bauen, die Siegpunkte geben oder ...
  • sie "kaufen" mit den Rohstoffen Zivilisationskarten, die einen sofortigen Bonus (z.B. Nahrung, Rohstoffe, etc.) geben und zusätzlich Siegpunkte am Ende des Spiels bringen (dazu später mehr).
  • Im Dorf gibt es 3 Spezialfelder: Werkzeuge bauen, um besser Rohstoffe sammeln zu können, Äcker bestellen, um permanent Nahrung zu bekommen und die Liebeshütte, um weitere Pöppel zu erschnackseln. In die Hütte müssen natürlich auch 2 Pöppel.


Die beiden roten Pöppel möchten für 7 Minuten nicht gestört werden
Sind alle Pöppel ausgerückt, wird gearbeitet, bzw. gewürfelt: bei Rohstofffeldern wirft der Spieler so viele Würfel, wie er Pöppel hingeschickt hat, und addiert die Augen. Werkzeuge darf er 1x pro Runde einsetzen, um je nach Werkzeug 1 bis 4 Punkte zu addieren. Je höher das Ergebnis, desto mehr Rohstoffe gibts. Dabei ist Nahrung am einfachsten zu bekommen (für läppische 2 Augen gibts 1 Essen) und Gold am schwersten (stolze 6 Augen für 1 Gold). Außerdem können natürlich auch die anderen Felder eingelöst werden.

So viel Arbeit macht natürlich hungrig. Deswegen will jeder Neandertaler am Ende der Runde 1 Nahrung haben. Hat man nicht genügend, kann man auch kostbare Rohstoffe verfüttern. Ansonsten gibt es fette 10 Strafpunkte. Jeder Acker, den man bestellt hat, gibt für den Rest des Spiels 1 Nahrung zusätzlich. Danach gehen die Pöppel satt und zufrieden (oder hungrig und sauer) ins Bett und danach beginnt auch schon ein neuer Tag eine neue Runde. Sobald genügend Hütten gebaut oder Zivilisationskarten gekauft wurden, ist das Spiel vorbei und wir kommen zur Wertung.

Siegpunkte kann man auf 3 verschiedene Wege erhalten:
  • durch errichtete Hütten
  • von Erfindungen auf Zivilisationskarten - man bekommt Punkte für verschiedene Symbole, dabei gibt jedes weitere Symbol überproportional mehr Punkte
  • durch die Multiplikatoren auf Zivilisationskarten - auf anderen Karten sind Multiplikatoren von 1 bis 3 abgebildet, die einen für einen "ausgebauten" Stamm belohnen. Sie werden je nach Symbol mit der Anzahl der Werkzeuge/Acker/Pöppel/Hütten multipliziert
So sieht Annas Spielbrett nach gefühlten 4 Runden aus
Stone Age ist einfach und eingängig und kann ohne Probleme von und mit Onkel Hubert und Tante Gisela gespielt werden. Trotzdem besitzt es genügend Tiefe für verschiedene Strategien und interessante Entscheidungen - wie wir wissen, ein sehr wichtiges Kriterium für "gute" Spiele. Baue ich Hütten oder versuche ich Symbole zu sammeln? Oder doch Werkzeuge, weil die mir auch während des Spiels etwas bringen? Viele Pöppel sind nett, müssen aber auch ernährt werden. Meistens hat man nicht genügend Pöppel, um all das zu tun, was man gerne möchte - bei Worker Placement immer ein gutes Zeichen.

Zusätzlich muss man Runde für Runde taktieren: wer fängt an? Wer möchte welche Karten/Hütten/Felder haben? Schnappen die anderen mir den Acker weg? Werden noch genügend Plätze "im Holz" (Fachjargon) frei sein? Besonders schön finde ich auch den Einsatz der Würfel im Spiel, vor allem beim Rohstoff sammeln. Auf der einen Seite muss darf man mit Wahrscheinlichkeiten jonglieren, auf der anderen Seite lockert es das Spiel auf und macht es weniger berechenbar. Dadurch werden "Normalos" nicht per se von radikalen Rosenberg-Rechnern abgehängt, und die Rage-Anfälle (vor allem der Rosenberg-Rechner) bei eigenen schlechten Ergebnissen (oder guten Würfen der anderen) sorgen netto für gute Laune (1 bis 4 Gröhler vs. 1 Grummler).


Heute ein König!
Insgesamt kann ich Stone Age wärmstens empfehlen, als Einstiegsdroge in komplexere Euro-Games oder - für die Hardcore-Strategen unter uns - als locker-leichte Variante, wenn man das (seltene) Bedürfnis nach Würfeln hat. Es macht sowohl in voller Runde als auch zu zweit Spaß, und war bisher bei jeder Spielerrunde ein Hit. Wäre da nicht das eine große Manko: Anna ist zu gut in diesem Spiel. Mühsam bringe ich meinen Steinzeitstamm auf Trab und stopfe gerade so die hungrigen Mäuler, während Anna schon 8 Pöppel, 9 Äcker, 6 Häuser, 7 Werkzeuge und den Arsch voll Multiplikatoren hat. Und was es noch schlimmer macht: wir haben die Stone Age App auf unserem iPad. Seitdem habe ich einfach keine Chance mehr gegen sie. Außer an diesem einen Abend: wie durch ein Wunder würfelte ich überragend, platzierte meine Pöppel clever und ergatterte die richtigen Multiplikatoren. Das Wunder von Hilden war perfekt: ich hatte gewonnen! An diesem Abend gefiel mir Stone Age so richtig gut.

1 Kommentar:

  1. Da hat sie dich einmal gewinnen lassen, damit du nicht die Lust verlierst...und zack, direkt drauf reingefallen, war ja klar!

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