Pandemie!

Gespielt am: 23.03.2013
Mit: Basti, David, Jens, Roman, Scheuer, Sebastian
In: Neckarsulm

Bei Pandemie handelt es sich um ein Koopspiel, das heisst, man gewinnt oder verliert gemeinsam.
Man beachte die Signatur des Autors!

Generell sind Koopspiele Geschmackssache - es ist sicher interessant, gemeinsam zu spielen und "das Spiel" zu schlagen. Oft sind die Spiele auch entsprechend fordernd gestaltet, so dass man bei einem Sieg ein echtes Erfolgserlebnis hat. Nachteil ist, dass es schwierig ist in Gruppen, die das Spiel unterschiedlich gut kennen - ein Profi neigt dazu, den anderen die Siegstrategie vorzuschreiben, so dass diese wenig Lust haben, überhaupt zu spielen, wenn sie nicht ihre Züge selbst entscheiden können. Durch die lauten Diskussionen ist es auch weniger spannend für introvertiertere Spieler, die eigentlich ihre Züge alleine durchdenken wollen.

Bei Pandemie geht um den gemeinsamen Kampf gegen insgesamt 4 (mit Erweiterung auch 5) Seuchen. Man gewinnt, wenn alle Seuchen innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens besiegt wurden, man verliert, wenn die Seuchen entweder zuviele Menschen auslöschen ("Ausbrüche"), oder die Zeit abgelaufen ist. Gerade das Ablaufen der Zeit geschieht sehr schnell. Ausgelöst wird es durch das Leeren eines Kartenstapels - da jeder Spieler jede Runde hier eine Karte zieht, ist die Gesamtzahl der Runden immer gleich, bei niedriger Spielerzahl kommt jeder Spieler dafür öfter dran. Auch das verändert den Schwierigkeitsgrad immens - zu viele Köche verderben den Brei!
Jeder Spieler erhält nun zu Beginn einen Charakter mit unterschiedlichen Spezialfähigkeiten.
 
Einige der Charaktere, die zur Auswahl stehen.

Schlüssel zum Sieg ist das konsequente Nutzen dieser Charaktereigenschaften.  Hier sind deutliche Unterschiede zu finden, manche Charaktere sind deutlich schwächer und bestimmte Kombinationen machen einen Sieg meiner Meinung nach unmöglich.

Jede Runde hat ein Spieler 4 Aktionspunkte, die er beliebig nutzen kann. Hier kann man entweder Seuchen bekämpfen und Ausbrüche verhindern, oder man konzentriert sich aufs Erforschen eines Gegenmittels. Die dritte Möglichkeit ist noch die Unterstptzung der anderen Charaktere bei diesen Aktionen, durch geschicktes Verteilen der eigenen Karten. Da jeder Charakter durch seine Eigenschaften klar seine Rolle vorgegeben hat, sollte man sich tunlichst hierdran halten.
 
Aktionen eines jeden Spielers.

Nach diesen Aktionen ist "das Spiel" an der Reihe. Indem man Karten zieht, werden auf der Weltkarte bestimmte Städte verseucht. Jede Seuche ist dargestellt durch einen bunten Holzklotz. Wird die gleiche Karte das vierte Mal gezogen, kommt es zu einem Ausbruch, der die Nachbarstädte ebenfalls verseucht. Liegen hier ebenfalls bereits 3 Seuchensteine, kann es zu Kettenreaktionen kommen, die das Spiel abrupt beenden. Alle paar Runden wird eine Epidemiekarte gezogen, die größere Auswirkungen hat - alle bereits genutzten Karten müssen wieder oben auf den Stapel gelegt werden. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels kann variiert werden, indem die Zahl dieser Epidemiekarten angepasst wird - für Einsteiger 3 bis hin zu 5 für Profis. Wir sind noch nie über 3 hinausgekommen, hier liegt die Gewinnrate aber immer noch unter 50%.
 
Die Weltkarte, noch nicht total verseucht.
Schlussendlich ist es ein Wettlauf gegen die Zeit - in der eigenen Aktion bekämpft man die Seuchen, danach werden Karten gezogen, die alles wieder schlimmer machen. Ein Nachteil hier ist der hohe Glücksfaktor - der Moment, wann die erste Epidemiekarte gezogen wird, ist sehr entscheidend. Passiert dies erst spät, wiederholen sich die Karten kaum, was den Spielern einen Vorteil bietet.

Als Fazit: Pandemie eignet sich zur Entspannung, wenn man vielleicht mal gemeinsam spielen will. Es gibt keine (oder nur) Verlierer, niemand muss sich gehasst fühlen, weil er vielleicht mal "mehr als 50% aller negativen Karten" abbekommt. Der hohe Glücksfaktor stört mich hier etwas, auch macht es nur Spaß in Gruppen, die das Spiel alle gleich gut kennen. Die Abwechslung lässt sich noch steigern durch diverse Varianten der ersten Erweiterung. Interessant z.b. eine Art "Scotland Yard", wo ein Spieler als Biotererrorist fungiert und die anderen ihn fangen müssen.

Entspanntes Pandemie.
 

1 Kommentar:

  1. Ich habe es zwar nur 2 Mal gespielt, aber ich denke auch, dass das Glück eine große Rolle spielt, sowohl die Seuchenkarten als auch die Charaktere, die man zieht. Hat trotzdem viel Spaß gemacht und spielte sich angenehm "leicht" und flott.

    Ich fühlte mich nicht gehasst! Nur etwas benachteiligt.

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